Über mich

 

Werner Hilko Janssen

wurde 1955 in Hinte bei Emden geboren. 2012 kehrte er mit seiner Ehefrau Marion aus Schleswig-Holstein zurück nach Ostfriesland. Beide leben heute in Aurich.

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Wer bin ich eigentlich?

 

Ich bin weder Germanist noch Philosoph. Beruflich komme ich aus dem technischen Bereich, war im Stahl- und Anlagenbau tätig, zuletzt als Konstrukteur und Projektleiter.

 

In Wirklichkeit jedoch, ganz tief innendrin, in meinem Herzen, in meiner Seele – da bin ich ein Schreiber, ein Fabuleur, ein Geschichtenerzähler.

Ich besitze eine exzellente Phantasie, bin unheimlich gut darin, Geschichten zu erfinden. Mir kommt ein Gedanke, ich lese oder sehe etwas und schon läuft die Ideenschmiede. Ich liebe es, mich in der freien Natur aufzuhalten, im Wald, in den Bergen, an unserer Küste – dort fühle ich mich wohl, dort kann ich meine Gedanken fließen lassen. Oder ich schleiche durch Museen – all das inspiriert mich. Das ist ein großes Geschenk. Und dann wurde mir auch noch die Fähigkeit zuteil, fabulieren und in meinen Romanen Gefühle darstellen und vermitteln zu können.

 

Einen Großteil meiner Zeit verbringe ich damit, zu recherchieren. Dabei spinnt sich meine Idee immer weiter – und am Ende kann es sein, dass etwas völlig anderes, etwas neues herauskommt. Dann hauche ich meinen Figuren Leben ein, teile ihnen Liebenswürdigkeiten aber auch Angst und Wut, Hass und Kälte, Hinterhältigkeit oder Herzlosigkeit, Anmut oder Hässlichkeit zu. Es kommt manchmal sogar vor, dass ich eine von mir erfundene Romanfigur richtig hassen lerne, wie zum Beispiel den Armand Julien de Lassarc in 'Die Flucht nach Emden'. Und das Gegenteil ist der Fall bei der Rieke Koopman in meinem nächsten historischen Projekt.

 

Ich möchte für Menschen schreiben, denen menschliches wichtig ist, die hinter den Geschehnissen in meinen Romanen auch den tieferen Sinn erkennen, die all die Liebenswürdigkeiten darin schätzen und die Ängste und Abgründe ertragen können und wollen, die ja in gewisser Weise ganz tief in jedem von uns verborgen sind. Denn ich glaube ganz fest und unzweifelhaft daran, dass das Lesen für alle Menschen wichtig ist, das jedes Buch auch ein Spiegel sein und unsere Persönlichkeit nach vorn bringen kann. Warum sonst besitzt der überwiegende Teil der Menschheit die Fähigkeit lesen und denken zu können? Zudem kann ein Buch ja auch noch sehr unterhaltsam sein, trotz all der Widrigkeiten, die darin vorkommen.

 

Am liebsten schreibe ich über historische Ereignisse. Aber auch Zeitgenössisches wurde schon gemacht. Um Ideen für Romane entwickeln zu können, ist unsere Vergangenheit ein überbordendes Füllhorn. Wichtig ist mir aber, dass meine Romane - aller Fiktion zum Trotz - auch etwas beinhalten, das uns nachdenklich machen kann.

In meinem ersten Buch, 'Bibel Peitsche und Galeere (Die Flucht nach Emden)', geht es um Andersdenkende. Darin werden Menschen verfolgt, gefoltert und getötet weil sie einen anderen religiösen Glauben haben, als ihr Herrscher es ihnen zugesteht. Hier wird von dem Leid der Protestanten in Frankreich zur Zeit Ludwig XIV. erzählt. Später hatten die Juden unter Hitler zu leiden, und heute wird der muslimische Glaube schnell mit Terrorismus gleichgesetzt. All das setzt mir zu. In Wirklichkeit ging und geht es immer nur um Selbstdarstellung, Macht und Gier.

Mein zweiter Roman 'Der Advocatus von Emden' erzählt vom Sklavenhandel im 17. Jahrhundert, von Rache, Macht- und Geldgier. Sklavenhandel gibt es auch heute noch! Frauen, Mädchen - sie sind Objekte der Begierde und Einnahmequellen gewissenloser Sklavenhändler. Männer und Jungen werden gezwungen, als Sklaven in afrikanischen Minen zu arbeiten oder als Soldaten für zweifelhafte Revolutionäre ihr Leben herzugeben.

Und auch in meinem nächsten historischen Projekt, dessen Handlung im Dreißigjährigen Krieg angesiedelt ist, geht es um skrupellose Geschäftemacher, dessen Nachfolger noch heute die ganze Menschheit in Angst und Schrecken versetzen … Und so geht es immer weiter, leider.

 

Was mir wichtig ist

 

Die Friesische Freiheit! Die gilt immer noch! Ich bin Ostfriese! Un dat van Haarten un mit mien heele Seel. Ik denk un proot platt, un mien Oostfreesland hebb ik ook leev. (Und das von ganzem Herzen und mit meiner ganzen Seele. Ich denke und spreche platt und ich liebe meine Heimat.)

Wir Ostfriesen reden nicht viel. Eine Unart, könnte man meinen. Aber nein – nein, wir handeln lieber. Und wir sind bescheiden: Selbst ein einfaches Moin zu jeder Tages- und Nachtzeit reicht uns vollkommen – alles andere ist zu viel. Es kann dauern, bis wir uns aufregen, aber wenn das passiert, hat das seinen Grund und dann geht das rund. Und wenn wir doch mal, außer auf Papier, viele Worte machen, könnte es sein, dass wir zu viele Söpkes intus haben. Ja, es ist so – wir sind so wie die anderen Deutschen, nur anders.

 

Das Spannendste, was ich in den letzten Jahren erlebt habe, war meine erste Lesung. Ich durfte meinen Roman "Der Advocatus von Emden" einem tollen Publikum im Ostfriesischen Landesmuseum Emden vorstellen. Man sagt, dass es gut gewesen sein soll. Ich war zwar auch dabei, aber …

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Der bedeutsamste und wichtigste Augenblick in meinem Leben war der, in dem ich meine beste Freundin und spätere Ehefrau kennengelernt habe. Wo das war, bleibt mein Geheimnis. Wir sind zwar verheiratet, aber auch immer noch beste Freunde. Freundschaft ist sehr wichtig in einer Ehe! Liebe kann mit der Zeit ein wenig verblassen, eine echte Freundschaft nie!

Ich kann auch über Unsinn reden, mit gewissen Leuten, kann lachen – über mich, zusammen mit anderen und über mich und andere - über Witze und Filme, über Klamauk und auch Kabarett. Es gibt auch skurriles zu berichten: Mir passieren oft die merkwürdigsten Missgeschicke. Das kann aber nur daran liegen, dass ich oft in Gedanken versunken bin. Dann laufe ich irgendwo gegen, stoße mich oder ich schneide mir in die Finger … die größeren, schlimmeren Unfälle will ich hier lieber verschweigen.

 

Es gibt aber auch die andere Seite an mir: Etwas worüber ich nicht aufhören kann nachzudenken oder zu reden, ist Ungerechtigkeit, Hetze, Verlogenheit. Leider sind diese und andere Unarten überall verbreitet, jeder kennt sie. Sie bedürfen daher keiner weiteren Erklärung!

 

Wenn ich nicht arbeite, dann verbringe ich meine Zeit mit dem, wie kann es anders sein, Lesen! Aber ich habe auch andere Hobbys: Laufen zum Beispiel – da kommt wieder die Natur ins Spiel – Musik hören, die Arbeit in unserem Garten oder die Sauna oder Reisen oder … und …

 

Und zu guter Letzt

 

Ich musste mein Berufsleben 2012 aus gesundheitlichen Gründen beenden. Zuerst war es sehr schwer für mich. Aber jetzt ist es gut so. Alles hat eben seine Zeit. Aber ich könnte niemals aufhören zu schreiben, es macht mir zu großen Spaß. Und das schönste, mir die Röte ins Gesicht treibende Kompliment ist, wenn mir eine Leserin oder ein Leser freudestrahlend erzählt, dass man meinen Roman nicht aus der Hand legen konnte, bevor er zu Ende gelesen war. Weil das alles so spannend gewesen war oder weil sie sich in die Protagonistin oder den Protagonisten verliebt, oder am Ende sogar eine paar Tränen vergossen haben. Gibt es schöneres? Kann man mehr erwarten? Ich finde nicht – das ist das Größte. Denn dann habe ich Herz und Seele erreicht – mehr will ich gar nicht.

 

 

Werner Hilko Janssen

 

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