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literaturkritik.de Oktober 2016

rezensionsforum

 

Von einem unermüdlichen Streben nach der Wahrheit.

Werner Hilko Janssen erzählt in „Der Advocatus von Emden“ die Geschichte eines Mannes, der nicht mehr bereit ist, als Sündenbock herzuhalten

 

Ein Beitrag aus der Komparatistik-Redaktion der Universität Mainz

Von Anna Avrutina

 

 

Besprochene Bücher / Literaturhinweise

 

Emden, Ostfriesland. Man schreibt das Jahr 1702, als Niklas Houwert, ehemaliger Advocatus von Emden, nach jahrelanger Verbannung endlich in seine Heimatstadt zurückkehren darf. Fest entschlossen, seine Unschuld an den Diebstählen, die ihm einst zur Last gelegt wurden, zu beweisen und seine große Liebe Elsbeth wiederzufinden, kommt er zurück, doch schon am Stadttor wird er erneut – und das grundlos – verhaftet. Das Schicksal legt Niklas immer wieder Steine in den Weg, denn die Aufklärung der damaligen Verbrechen nimmt ungeahnte Dimensionen an und verwickelt ihn auch in die Enthüllung der bestialischen Morde, die Emden gegenwärtig erschüttern. Zunächst scheint es, als würde jemand nach dem Leben der „ehrenwerten Herren“ der Stadt trachten, doch je mehr Morde geschehen, desto unklarer wird sowohl das Motiv als auch die Anzahl der Täter. Nach einigen gescheiterten Anschlägen auf Niklas muss nun auch er um sein Leben bangen. Nicht zuletzt taucht eines Tages eine Kiste vor seiner Tür auf und bringt einen erschreckenden Inhalt zum Vorschein. Niklas bleibt also nichts anderes übrig, als sich mithilfe zahlreicher Freunde aus dem Bettlermilieu selbst auf die Suche nach dem Täter zu machen.

 

Wie schon der erste Roman von Werner Hilko Janssen mit dem etwas fragwürdigen Namen Bibel, Peitsche und Galeere, beeindruckt auch dieser historische Kriminalroman mit sehr gründlicher Recherche und Hintergrundwissen. Damit schafft es der selbst aus der Nähe von Emden stammende Autor, die Handlung in eine höchst detailreiche und authentische Schilderung der damaligen Zeit und der dubiosen Handelsgeschäfte der in Emden ansässigen Brandenburgisch-Afrikanischen Compagnie einzubetten. Dabei rückt die klare Sprache des Erzählers die Handlung in den Vordergrund und lässt die Geschichte so real erscheinen, dass der Leser nicht anders kann als mit Niklas mitzufühlen, vor der Grausamkeit der Morde zu erschrecken, aber sich auch an den witzigen Szenen zu erfreuen.

 

Als historischer Kriminalroman vereint Der Advocatus von Emden zwei beliebte Genres der Unterhaltungsliteratur, die in Deutschland vor allem im Laufe des 19. Jahrhunderts ein großes Lesepublikum gewannen. Dabei veranschaulicht die für einen historischen Roman typische Einbettung des Hauptkonflikts in einen geschichtlich realen Kontext die Eigentümlichkeiten der jeweiligen Epoche und weckt vor allem durch die Hervorhebung des Andersartigen das Interesse des Lesers. Damit bedient sich Janssen bei seinem Roman zweier erfolgversprechender literarischer Genres.

 

Der Roman bleibt von Anfang bis zum Schluss spannend. So taucht der Leser in eine Geschichte von Mord und Totschlag, verstrickten Verschwörungen, großer Enttäuschung und wahrer Freundschaft ein, die durch einen flüssigen Erzählstil fesselt und mit unerwarteten Wendungen stets für Überraschungen sorgt. Letztendlich kann nur der Umfang des Buches – knapp 500 Seiten – der Grund dafür sein, das Buch kurz wegzulegen.

 

Damit ist Janssen mit Der Advocatus von Emden ein ausgesprochen lesenwerter Roman gelungen, der eine unterhaltsame Kriminalgeschichte erzählt und gleichzeitig das Interesse des Lesers für den historischen Hintergrund weckt.

 

Anmerkung der Redaktion: Die Rezension gehört zu den studentischen Beiträgen, die im Rahmen eines Lehrprojekts im Sommersemester 2016 entstanden sind und gesammelt in der Oktoberausgabe 2016 erschienen.

 

Erstveröffentlichung in literaturkritik.de 10/2016 (http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22522)

ekz.bibliotheksservice GmbH, Juli 2016

 

Begutachtungen Ihrer Rezensionsexemplare in der ekz-Publikation ID bzw. IN 2016/30 (Verlag 978-3-86412)

 

 

Janssen, Werner Hilko: Der Advocatus von Emden : historischer Kriminalroman / Werner Hilko Janssen. - 1. Auflage. - Leer : Leda, 2016. - 527 Seiten : Karte ; 19 cm ISBN 978-3-86412-094-7 kt. : EUR 14.99

 

 

Ende 1702 kehrt der einst zu Unrecht verurteilte, verbannte Advokat Niklas Houwert verarmt in seine Heimatstadt Emden zurück. Nur wenige helfen ihm, darunter die Angehörigen der Bettlergilde. Niklas will die Drahtzieher seines Falls aufspüren und Gerechtigkeit erwirken, doch dabei kommt er dem korrupten Treiben reicher Ratsherren auf die Spur und wird beschuldigt, für die Taten eines immer wieder zuschlagenden Serienmörders verantwortlich zu sein. Was tatsächlich hinter den Morden sowie einem Umsturzversuch gegen den Fürsten steckt, hat mit Gier, Snobismus und - Rassenhass zu tun. Über 500 Seiten schlägt sich der wackere, auch nicht fehlerlose, aber sympathische Niklas mit wenigen Getreuen durch, um seinen Hals und den vieler anderer zu retten. Doch nichts davon langweilt: Man taucht im Gegenteil in eine sehr anschaulich beschriebene, lang zurückliegende Welt mit spannender Story ein! Und verzeiht deshalb auch die teilweise eher moderne Sprech- und Denkweise sowie seltene Anachronismen ("zog wie ein Film an ihm vorüber"). Nicht nur norddeutschen, sondern allen Bibliotheken gern empfohlen.

Anna Eunike Röhrig

 

 

ID bzw. IN 2016/30 Veröffentlichungsdatum ist der Montag der angegebenen Kalenderwoche (ID/IN Woche) in unseren Lektoratsdiensten. Die Lektoratsdienste mit den ekz-Informationdiensten ID Buch und ID Nonbook unterstützen den bibliothekarischen Bestandsaufbau. Sie informieren jährlich über circa 20.000 relevante Titel, im Rahmen der Lektoratskooperation herausgefiltert aus einem Marktangebot von rund 100.000 Neuerscheinungen. Diese Auswahl findet sich mit Begutachtung, Systematik nach ASB, KAB, SfB und SSD und Interessenkreisen in den Lektoratsdiensten.

Rainer und Edith Gleibs, Juni 2016

 

Dieses Buch ist sehr interessant und spannend. Wir haben viel über die geschichtlichen Verhältnisse Emdens erfahren, die wir bis dahin noch nicht wussten. Es hat sich gelohnt, in die Vergangenheit einzutauchen und sich von der Erzählung mittragen zu lassen.

Weiter so! Wir warten aufs nächste Buch.

Von Coless am 16. Mai 2016

 

Der Advocatus von Emden

Der Protagonist Niklas Houwert, einst Opfer einer perfiden Intrige im Emder Rathaus, gerät beim Versucht sich zu rehabilitieren, in den Fokus einer mysteriösen Mordserie und in die Fänge seiner Widersacher.

Auch das zweite Buch von Werner Hilko Janssen besticht durch seine fundierte historische Hintergrundrecherche, sowie detailgetreue Beschreibungen.

Es gibt Einblick in die historische Bedeutung des Emder Hafens und die vielfältigen Handelsbeziehungen Anno 1702. Wenn man auch den im Prolog beschriebenen Zusammenhang Emder Schiffe mit dem Sklavenhandel anfänglich in der Geschichte vermisst, wird er bald zum wichtigen Bestandteil des Romans.

Wer Janssens Debütroman „Bibel, Peitsche und Galeere“ gelesen hat, wird auch in diesem Buch bekannte Namen wiederfinden.

Für mich ist “Der Advocatus von Emden“ ein spannendes Buch, das in der Riege der historischen Kriminalromane nicht fehlen darf.

Von Maja am 13. Mai 2016 zum "Advocatus von Emden"

 

Schon wieder ein Krimi mit Lokalkolorit........ Doch wer erwartet, der Autor begnügt sich damit, bekannte Orte zu nennen, in Erwartung bei seinem Leser einen Jubel des Wiedererkennens zu erzeugen, liegt völlig falsch. Das Werk unterscheidet sich deutlich von allen Ostfrieslandkrimis. Der augenfälligste Unterschied ist die Zeit, Anfang des 18. Jahrhunderts, in die der Leser entführt wird.

 

Schon nach den ersten Seiten war ich direkt in der Handlung. Der Autor erzählt in einer Sprache, die gut und gerne zu der Zeit der Morde hätte gesprochen werden können. Sogar die Dialoge wirkten sehr authentisch. Dazu hat er den Charakteren so viel Leben eingehaucht, dass man als Leser gar nicht anders konnte als sich dazu gehörig zu fühlen.

 

Der Autor schafft es in seinem Roman einen packenden Krimi in die historisch akkurat recherchierte Historie einzubetten.

 

Mein Fazit: für jeden Fan von historischen Kriminalromanen ein Muss!

Presse:

Heimatblatt im Juni 2016

Emder Zeitung vom 03. September 2016

anlässlich der Buchvorstellung am

30. August 2016 im Ostfriesischen Landesmuseum Emden

Bibel, Peitsche und Galeere

 

Rezension von cooless1 am März 2011

 

Das Buch entführt den Leser in die Zeit der Hugenottenverfolgung.

Stellvertretend wird am Schicksal des Jean Edmond beschrieben, was diese Menschen unter König Ludwig XIV. auf Grund ihres protestantischen Glaubens erleiden mussten.

 

Ein sehr gut recherchierter historischer Roman, der durch seinen erzählerisch flüssigen Stil den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.

Lübecker Nachrichten am 19./20. Dezember 2010 von Kerstin Kuhlmann-Schultz

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